Lockerung bei Grenzbebauungen seit 2008

Bislang gab es für Nebengebäude die Möglichkeit diese entweder direkt an die Grenze zu bauen, oder einen Grenzabstand von mindestens 3 Metern einzuhalten. Bei einer Grenzbebauung musste die Wand des Nebengebäudes genau auf der Grenze stehen, die Dachrinne dabei aber nicht über die Grenze ragen. Das führte häufig zu interessanten Konstruktionen, wenn die Entwässerung zur Grenze erfolgen sollte.
Mit der Festlegung auf die Grenze zu bauen, sollten sogenannte „Dreckecken“ verhindert werden. Durch eine unscheinbare Änderung in §6 Abs.10 BrbgBauO, die Einführung des Wörtchens „auch“, wird nun gestattet, dass ein Nebengebäude ohne Eintragung von Dienstbarkeiten im nachbarlichen Grundbuch, in den Bereich zwischen der Grenze und dem 3-Meterabstand errichtet werden darf. Dieses Gebäude gilt dann auch noch als Grenzbebauung und unterliegt demzufolge den Beschränkungen des Abs.6 (maximal 9 m Läge entlang einer Grenze, maximal 15 m insgesamt, max3 m Höhe). Ob die „Dreckecken“ jetzt wieder zunehmen, bleibt abzuwarten.

Dezember 25, 2015