Abstandsflächen gemäß Bauordnung

vom 16.07.2003, zuletzt geändert am 15.07.2008. Seit September 2003 gelten für das Land Brandenburg neue Vorschriften zu den Abstandsflächen.

Abstandsflächen sind vor Außenwänden der Gebäude von weiterer Bebauung freizuhalten. Sie sind mindestens 3,0 m tief. So ergibt sich der Abstand zwischen zwei Wohnhäusern als Summe der jeweiligen Abstandsflächen der beiden Gebäude zu mindestens 6,0 m. In diesen Abstandsflächen sind Nebengebäude – z.B. Garagen – zulässig. Die Abstandsflächen sollen auf dem Baugrundstück selbst liegen. Auf Grund der Mindesttiefe der Abstandsfläche von 3,0 m ergibt sich hieraus die Forderung, mit dem neuen Haus von der Grenze wenigstens 3 m weg zu bleiben. Mit Zustimmung des Nachbarn und Eintragung in dessen Grundbuch können die Abstandsflächen aber auch über dessen Grenze fallen.
Das Abstandsmaß beträgt nunmehr grundsätzlich 0,5 der Wandhöhe in jedem Konstruktionspunkt der Wand oder des Daches, in Einzelfällen 0,4H oder 0,25H. Die Abstandsfläche ist somit kein Rechteck mehr, sondern gibt die Form der Außenwand – gewissermaßen als Schattenwurf – wieder. Die Abstandsfläche des Giebeldreiecks ist also selbst ein Dreieck, das Tonnendach wirft eine bogenförmige Abstandsfläche.
Um den vielen Bauherren von Einfamilienhäusern das Bauen zu erleichtern, wurde für Wohnhäuser geringer Höhe die Abstandsflächen in § 6 Abs.6 mit 3,0 m als konstantes Maß festgelegt. Hierbei darf die Gebäudehöhe maximal 9,0 m über gewachsenem Gelände betragen und das Gebäude maximal zwei oberirdische Geschosse beinhalten. Das ausbaufähige Dach ist dabei als Geschoss anzurechnen!
Ganz neu ist die Bagatellgrenze. Hiernach dürfen Abstandsflächen bis zu 4 m Breite, bis zu einem Meter Tiefe und insgesamt bis zu 2 m² auf das Nachbargrundstück überfallen. Eine Zustimmung des Nachbarn ist dazu nicht erforderlich.

Der Nachweis der Abstandsflächen erfolgt in Form des Eintrages der geplanten Bebauung in den Amtlichen Lageplan zum Bauantrag. Der öffentlich bestellte Vermessungsingenieur wird diesen Nachweis in direkter Rücksprache mit dem Architekten und auf Grundlage dessen Planung erstellen.
Mit den Neuregelungen ist die Berechnung der Abstandsflächen nicht einfacher geworden. Gerade auch die angesprochenen Sonderregelungen sind an Bedingungen geknüpft, die immer sorgfältig zu prüfen sind. Die Festlegung der Lage des geplanten Hauses sollte also vor der Detailplanung mit dem Fachingenieur abgestimmt werden, um aufwendige Umplanungen zu vermeiden.

 

Dezember 24, 2015